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Ja – es ist proppenvoll.

Ja – du bekommst nur 2 Quadratmeter Platz für viele, viele Euros, die du bezahlt hast.

Ja – du kommst gelegentlich in leichte Abneigung, wenn Du darüber nachdenkst.

Und: Du gehst trotzdem.

Das Mekka der Yogaszene. Der Jakobsweg der Yogis: die Yogafestivals und Konferenzen auf der ganzen Welt.

Meine Meinung: geh hin! Schnell! Und immer, wenn du kannst. Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem du als Yogi besser erfahren kannst, wo Du stehst, wo du hin willst oder vielleicht schon längst angekommen bist, als ein Massentreffen der Glückseligkeit.

Vielleicht schüttelst du den Kopf und hattest noch nie etwas damit zu tun? Dann lass dir gesagt sein. 500-1000 Personen, die in die gleiche Richtung schauen und sich durch ähnliche Wertvorstellungen gemeinsam verbunden fühlen, erzeugen eine Party, an die du noch lange denken wirst.

Meine Festivalerfahrungen beschränken sich bisher auf die Yogaconference in Köln sowie das Bhaktiyogasummer Festival im Allgäu. Beide haben ihren ganz eigenen Reiz und beide sind mit einem Wort: WUNDERBAR.

In Köln haben die Couchies dieses Jahr wirklich etwas Besonderes hingelegt. Der coole Nightflight von Frank Schuler, eine Art Yogadisco mit 500 Personen und toller elektronischer Musik war wirklich erlebenswert. Mitten in der Asanapraxis in Tadasana die Musik aufzudrehen und alle beginnen auszuflippen und zu tanzen während Goldglitter durch den ganzen Raum fliegt – das sind Momente, die ich sonst nur vom Karneval her kenne. Außerdem eine ganze Horde an Helferlein die sich um die 500 Yogis kümmerten und ausrichteten und massierten während des Nightflights. Ein rund um Wohlfühlpaket! Genau für diese Sachen liebte und liebe ich Köln. Locker, offen und trotzdem cool. Szene aber kein übertriebener Hype. Auch beim Yoga. Die Couchies kannst du einfach nur liebhaben!

Katchie Ananda habe ich auch noch besucht. Sie ist mein Anusara Favorit. Sie kommt in den Raum und du willst Sie einfach nur umarmen. Sie ist die gelebte Freude. Das pure Herz. Ihr Erfahrungshorizont umfasst unter anderem Schamanismus, Vipassana und tantrisch beeinflusstes Yoga (Anusara). Es nennen sich ja einige nicht mehr Anusara Lehrer, aber die Lehrer, die von den Lehren beeinflusst wurden, die mag ich persönlich ganz besonders und erkenne Sie auch meist recht schnell am Stil: das Herz auf das Gute ausrichten – davon ausgehen, dass wir alle einen guten Kern haben – und dabei auch noch eine genaue Ausrichtungspraxis in den Asanas. Das ist doch ein guter Ansatz, oder? Mich hat sie jedenfalls verzaubert – die Katchie. Mal wieder. Danke Katchie!

Über einen will ich noch schreiben: Tsakpo Rinpoche

Der Meister von Frank Schuler. Er hat mich besonders bewegt. Frank hatte mich eingeladen, ihn kennenzulernen (Danke Frank!), nachdem ich mich mit ihm schon ein paar Mal über Bhakti, Sufismus und ähnliches unterhalten hatte. Gespannt ging ich mit meiner Frau am Samstagmorgen ins Pullmann Hotel, um Tsakpos Vortrag „Das Liebesnest“ anzuhören. Gelinde gesagt war der Vortrag etwas crazy (was ich sehr sehr schätze), authentisch, stark bewegend und herzöffnend. Wir haben zusammen gelacht, geweint, gesungen und gespürt. Klingt vielleicht banal, aber wenn du diese einfachen Tätigkeiten zusammen mit einem Meister machst, dann können sich in dir Welten bewegen – und ich meine WELTEN. Über diese Sachen zu schreiben, ist schwierig. Dabei sein ist hier (fast) alles. Auf jeden Fall hat mich dieser Meister so beeindruckt, dass ich sein Gesicht nicht mehr vergessen kann. Sein alles durchdringendes, fast schon übertrieben lachendes Gesicht hat sich eingebrannt in meine Seele. Ich sammle diese inneren Bilder. Sie tun mir gut und sind ein heilender Ausgleich zu dem, was wir sonst so jeden Tag präsentiert bekommen. Er hat mich so beeindruckt, dass ich mich entschlossen habe, ihm einen Brief zu schreiben. Und ja: Er liegt hier neben mir. Ich habe ihm geschrieben, nach Frankreich in die Pyrenäen, um ihm zu danken für den tollen Vormittag. Ich habe gelesen, er kommt auch gelegentlich nach Nürnberg. Zwischen Köln und Nürnberg liegt Würzburg … vielleicht kommt er ja auch Mal im Glücksbringer (www.diegluecksbringer.com) vorbei – für unsere Yogis wäre es sicherlich eine Bereicherung.

Letztes Wochenende auf dem Bhaktiyogasummer dann erneut Sat-Chit-Ananda. Hier waren auch wieder tolle Lehrer und Workshops. Besonders beeindruckt hat mich hier etwas, was ich gar nicht auf dem Plan hatte: Manu Sai Malasquez. Ein Schamane, der eine Heilzeremonie für die Erde anbot. Mit seinem Ikarus (Schutz und Heilmantras bzw. Gesänge) empfing er uns ca. 150 Yogalehrer und Schüler im Raum. Er sang:

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

I´m a Yogateacher.

Oh – wow i am so flexible.

(Leute lachen)

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

But am i flexible only in the body?

Am i flexible in the mind?

Am i flexible in the Charakter?

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Thank you germany

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

For taking all the refugees.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Thank you for giving a home for the homeless.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Er lobte, kritisierte, versöhnte und erklärte in einer Geschwindigkeit und Klarheit, dass es einigen viel zu viel wurde. Ich liebte es. Ständig verließen Yogis den Raum.

Da sang er:

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

I wish Germany more patience.

Patience to wait what comes.

Patience to see how things unfold and develop.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

Ding da Ding. Ding da Dei. Ding da Dei.

And no judgement to early about the situations.

„Wir sollten alle lieber einen Baum pflanzen statt uns über dies und jenes zu beschweren.“ „Wie wahr!“, dachte ich. Er hatte auch gleich die Samen dabei und jeder, der wollte, konnte sich welche mitnehmen. Auch gebetet haben wir für Deutschland und die Welt. Ein bemerkenswerter Mann, der tiefen Eindruck in mir hinterlassen hat.

Satya und Pari waren auch da. Ein Mantrakonzert der Superlative – wie man es von Ihnen gewohnt ist. Alle springen auf, sogar meine Frau gerät fast in Ekstase (= klatscht mit den Händen :). Einzig getrübt wurde das Konzert vom Fakt, dass der Besitzer mitten im Höhepunkt des Konzertes wild mit den Armen fuchtelnd sich vor der Bühne aufbaute und das Zeichen zum sofortigen Beendigen gab. Undenkbar. Pari hielt das Ganze für einen schlechten Scherz, die 500 Yogis auch und tanzten und feierten wild weiter. Doch nach dem Kirtan wurde schnell klar: es stimmte. Die Anwohner hatten sich beschwert wegen der Lautstärke. Es war kurz nach 22 Uhr. Und so fand das sensationelle Konzert ein jähes und etwas zu frühes Ende. Die Stimmung war trotzdem gut. Keiner, der maulte. Keiner, der motzte. Alle im Bahkti. Ach was liebe ich die Yogis und Yoga :)

Namaste und macht es gut!
Eurer Martin

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